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Die Revolution steht bevor

Die Revolution steht bevor: Dreizehn Versuche über Lenin Dreizehn Versuche über Lenin
von Slavoj Zizek
Suhrkamp 2002 – Neuauflage 
187 Seiten

Die Revolution steht bevor: Dreizehn Versuche über LeninKlappentext

Aus dem Englischen von Nikolaus G. Schneider. „Eine Rückkehr zu Marx, das könnten wir gerade noch verstehen; die ökonomische und technologische Globalisierung scheint Marx` Analysen der kapitalistischen Dynamik in der Tat zu bestätigen, und auch der Beschreibung des ‚Fetischcharakters der Ware‘ können wir noch etwas abgewinnen. Aber Lenin?!“ So formulierte Slavoj Zizek in seinem programmatischen Zeit-Artikel „Von Lenin lernen“ erste zu erwartende Reaktionen auf seine Beschäftigung mit Lenin. Hierbei handelt es sich aber um den Versuch, eine kritische Perspektive auf die gegenwärtige politische Situation zu gewinnen. „Die Frage lautet also nicht: ‚Was hat Lenin gemeint, und was hat er uns heute zu sagen?‘ Sie lautet genau andersherum: Wie erscheint uns die gegenwärtige Gesellschaft aus einer leninistischen Perspektive?“

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.12.2002

Slavoj Zizek gibt dem Leser in seinem Buch einige Denkaufgaben mit auf den Weg. Zum Beispiel die, warum auch eine Demokratie kritikwürdig sei, weil sie allzu große Unterschiede zu nivellieren trachte und keine Radikalität mehr zulasse, berichtet Ralf Grötker. Der Rezensent zeigt sich recht begeistert von Inhalt und Stil dieser Denkschrift auf Lenin, insbesondere, weil der Autor Inhalt und seinen durchaus humorvollen Stil wohl zu dosieren wisse, doch hat er sich von der Kurzweiligkeit dieser Passagen auch nicht gänzlich blenden lassen. So gebe es in diesem Buch auch „öde Passagen“ und vieles sei nichts anderes als „gedankenloses Gequatsche“, meint Grötker. Trotzdem aber, denkt der Rezensent, sei Zizek mit diesem Band ein trefflicher „Coup“ gelungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002

Slavoj Zizeks „Die Revolution steht bevor“ hat Rezensent Gerd Koenen keineswegs überzeugt. Vielmehr zeigt er sich völlig genervt von den Ausführungen des Philosophen zum Thema „virtueller Kapitalismus“. Schon Zizeks Zitierwut – nichts gehe hier ohne theoretische Referenz auf Bataille, Kierkegaard, Nietzsche, Hegel, Marx, Brecht, Lenin, Lacan – stößt ihm sauer auf. Doch eigentlich kann man Zizek nach Koenens Einschätzung überhaupt nicht mehr ernst nehmen: „Das Unangenehmste an dieser Suada ohne Punkt und Komma ist“, so Koenen vernichtend, „dass man ihre ostentative Radikalität nicht eine Sekunde ‚glaubt‘.“ Zizeks Forderung, das „Microsoft-Monopol einfach zu verstaatlichen und so frei zugänglich zu machen“ (Zizek) hat für Koenen nur die „Qualität eines matten Scherzes“. Zizeks Formel für den (post-)modernen Leninismus laute demnach: „Sozialismus = Freier Zugang zum Internet + Sowjetmacht“ (Zizek). Zizek als der „externe Agent“ (Zizek) im World Wide Web, das wäre für den Rezensenten „dann allerdings die ‚unbarmherzigste‘ aller Diktaturen – die des totalen Talk.“ Das möchte sich der Rezensent dann doch ersparen.

 

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