Jan Böhmermann Montagsrede SPD

N19 – Montagsrede 2/7 zur Rettung der deutschen Sozialdemokratie

Keine Kompromisse mehr!

Nach der verkackten Wahl in Thüringen:

Für Klima und Gewerkschaften!

Montagsrede 2 von 7 – 28.10.2019
gesprochen von Jan Böhmenmann

Die Montagsreden zur Rettung der deutschen Sozialdemokratie stammen dabei aus der Feder einer profilierten Sozialdemokratin oder eines profilierten Sozialdemokraten – von innerhalb oder außerhalb der SPD.

Das #neustart19-Team hat mit der Verfasserin bzw. dem Verfassers Stillschweigen über ihre bzw. seine wahre Identität vereinbart.


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MONTAGSREDE 2 VON 7

„Nach der verkackten Wahl in Thüringen:
Keine Kompromisse mehr!
Für Klima und Gewerkschaften!“

Verfasser*in: anonym „

„Liebe Freundinnen,

die Zukunft hat uns eingeholt. Die Welt verbrüht sich unter einen heißen Sommer nach dem anderen. So sehr, dass Permafrostböden in der Arktis bereits gebrannt haben, die sonst wichtige Treibhausgase speichern. Wir hatten das erst 2090 erwartet. Als würde man ein Loch in einen Luftballon stechen, sind Unmengen an Gasen in die Atmosphäre entflohen. Tauen weitere solche Böden auf, ist der Klimakollaps unaufhaltsam, dann leben wir bald in einer Welt, die vier bis sechs Grad wärmer ist. Die Zukunft, vor der wir warnen, ist schon da.

Auch die Gegenwart, sie hat uns eingeholt. Während wir in Deutschland über das Klima reden, als seien es wissenschaftliche Abhandlungen, zerstören Wirbelstürme in den Philippinen oder Mozambique Lebensgrundlagen. In Ländern wie dem Tschad in der Sahelzone Afrikas schürt die Klimakrise Konflikte um Land und Wasser, zwingt Menschen zur Flucht. Und es trifft immer die Ärmsten, die Schwächsten, die kein Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und Arbeit haben. Es trifft die Frauen und die jungen Menschen, die aus politischen Entscheidungen ausgeschlossen werden. Wo bleibt da unser Wille, Genossinnen, Finanzminister Scholz die Stirn zu bieten, wenn er der CDU zuarbeitet? Wo bleiben unsere Lieder, die sich mit den Ärmsten und Schwächsten verbünden, die es immer als erstes treffen wird?

Liebe Freundinnen, auch die Vergangenheit, sie holt uns ein. Denn all dies wissen wir seit über 40 Jahren. Wir wissen, welch Unrecht und Leid unsere Art zu leben und zu wirtschaften in anderen Regionen der Welt verursacht, und was dies für die Zukunft unserer Kinder bedeuten kann. Wir wissen, dass wir damals nicht handelten und dass dies nun unsere letzte Chance ist. Jeden Freitag werden wir erinnert.
Immerhin mobilisierten einige Gewerkschaften mobilisierten am 20. September zu den bisher größten Klimaprotesten. Und wir, liebe Genossinnen, verhindern effektive Klimaschutzmaßnahmen. Doch wir haben nicht die Zeit zu trauern. Werden wir wieder die Partei des Antriebs, werden wir die Stimme der Stummen, der Armen und Schwachen. Wagen wir den Aufbruch, schauen wir auf die dringendsten Reformen unserer Zeit. Holen wir die Zukunft wieder ein. Für Deutschland bedeutet das eine grundsätzliche Umstrukturierung unserer alten Industrien. Das Ziel: alle Sektoren erreichen bis 2035 volle Klimaneutralität.

Die Zukunft einzuholen, bedeutet einen Ausstieg aus der Kohle bis 2025. Wir haben fünf Jahre Zeit, die Arbeiterinnen in breit angelegten Konversionsprogrammen weiter zu bilden.

Die Zukunft einzuholen, bedeutet auch, die Genossinnen der Automobilindustrie auf neue Arbeitsplätze vorzubereiten, denn der Individualverkehr sollte bald Vergangenheit sein. Wir brauchen neue Mobilitätskonzepte, autofreie Innenstädte, kostenlosen Nahverkehr.
Die Zukunft einzuholen, bedeutet Massentierhaltung zu beenden, auch den Import zu regulieren, und jegliche Subvention streichen. Es bedeutet wieder ernsthaft in erneuerbare Technologien zu investieren, klimaschädliche Finanzprodukte zu verbieten und Banken zu zwingen, aus klimaschädlichen Fonds auszusteigen.

Aber, liebe Brüder, liebe Schwestern. Wir müssen JETZT beginnen, um den Klimakollaps zu verhindern, mit beiden Beinen in der Gegenwart. 2019 und die kommenden Jahre sind jene, in denen wir am stärksten unsere Treibhausgase reduzieren, die Notbremse ziehen und unsere Wirtschaft und Art zu leben und zu konsumieren grundlegend verändern müssen. Wir müssen uns dem Schock der Gegenwart stellen.

In deiser Gegenwart zu stehen, bedeutet unsere engsten Alliierten zu überzeugen, liebe Gewerkschaften. Dass nicht der Erhalt der alten Sektoren die Arbeitsplätze sichern kann, sondern im Gegenteil, eine breitflächige Konversion und der Aufbau von neuen, progressiven Sektoren. Wir brauchen einen Strukturwandel, der dem Kapital mit breiter Brust entgegentritt. (…)“

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